27. November- 28. November
Die Zeit auf Bali rennt uns langsam davon und wir haben noch sehr viele Dinge auf unserer To- Do- Liste, die wir noch sehen und erleben möchten. Einer dieser Punke war ein Ausflug nach Nusa Lembongan, diesen können wir nun, gefüllt mit traumhaften Erinnerungen und Fotos, beruhigt abhaken.
Gestern Morgen sind wir früh aufgestanden, haben unsere sieben Sachen gepackt und auf mit dem Roller nach Sanur. Zusammen mit Esther und Marcus haben wir uns auf aufregende 24Std. gefreut.
Knapp 20 Min. haben wir gebraucht, wir wachsen noch über uns hinaus. *g
Aber wir hatten auch nicht viel Zeit, obwohl die Abfahrt des Schiffes für 8.00 Uhr angesetzt war, ging es bereits um viertel vor los. Eher ungewöhnlich für Bali. Wir haben es gerade noch geschafft die Roller zu parken, ein Ticket zu ziehen und einzusteigen, da waren wir auch schon fast auf hoher See. Wobei die See, Gott sei dank, gar nicht so hoch war, denn die Überfahrt war durch eine sehr unbequeme Sitzmöglichkeit schon anstrengend genug. Nach ca. 1 ½ Stunden kamen wir auf Nusa Lembongan an und haben nach der Unterkunft gesucht, die uns von Tine empfohlen wurde. „Vom Hafen rechts und dann noch vor dem Knick, dass war die Beschreibung, der wir gefolgt sind. Irgendwie haben wir das Pazific Inn nicht dort gefunden und sind noch mal in die andere Richtung gegangen. Nachdem uns schon mit Gepäck auf dem Rücken die Füße etwas weh taten und der Hunger wuchs, mussten wir feststellen, dass deren Schiff wohl an einer anderen Stelle angelegt hat. Egal, wir haben die Unterkunft dann doch noch gefunden, mussten auf Umwegen einen guten Preis ausschlagen und sind dann voller Vorfreude auf das, was wir am heutigen Tag noch erleben, frühstücken gegangen.
Anschließend haben wir uns einen Roller für einen Tag gemietet um die Insel komplett sehen zu können. Wir guckten schon etwas verwirrt, als wir unsere Roller bekamen, bei dessen Ausstattung auf die Spiegel verzichtet wurde, wer brauch die schon. Auf unsere Nachfrage, ob wir Helme bekommen könnte bekamen wir die Antwort: „Sorry, no have, but no Problem, no Police here!“ Asooooooooooo! Ok, wenn sie meint. Wir haben allerdings auf der Fahrt festgestellt, dass niemand einen Helm aufhatte, die scheint es dort wohl tatsächlich nicht zu geben.
Was es auch nicht wirklich gab sind Straßen. Wir glauben die Beschreibung Schotterweg wäre noch zu nobel ausgedrückt, um diese Wege zu beschreiben. Ohne groß eine Route festzulegen sind wir erstmal losgefahren und an Kreuzungen haben wir entweder das Bauchgefühl oder die Fahrbahnverhältnisse entscheiden lassen.
Nach ca. 20 km standen wir in einer Sackgasse, wo uns ein Mann zeigte, wo wir uns auf der Insel befinden. Wir waren tatsächlich auf einer Landzuge angekommen, wo es nicht mehr weiter ging. Als wir gerade drehen wollten hat uns der Mann davon überzeugt, dass man von hier super Schnorcheln kann. Er würde uns mit einem Boot herausfahren und er verspreche uns schöne Fische zu sehen. Wir haben dann einen super Mahasiswa- (Student) Preis ausgehandelt und auf gings. Wir haben schon schöne Fische gesehen und endlich auch mal mit unserer Unterwasserkamera schöne Fotos machen können, allerdings haben wir das Unterwasserleben auf den Gilis noch beeindruckender in Erinnerung. Vielleicht täuschen wir uns auch und es hat sich nur so gigantisch in unseren Erinnerungen verankert, weil wir dort das erste Mal Schnorcheln waren, aber Unterwasserschildkröten haben wir auf jeden Fall bisher nur dort gesehen.
Nach dem Schnorcheln haben wir uns wieder auf die Roller geschwungen und sind diesmal, etwas zielstrebiger Richtung Dreambeach gefahren. Der Weg führte immer links der Küste entlang. Als wir dort ankamen und der Weg nochweiter geradeaus ins „Nichts“ führte, sagte uns unser Gefühl dort noch hinzufahren. Das Gefühl hat uns nicht getäuscht, im „Nichts“ angekommen waren wir an einer riesigen Felsklippe mit Blick auf türkisfarbenes Wasser und beeindruckende Wasserspiele, sobald die Wellen auf den Felsen brachen. Nachdem wir nun auch das Nichts der Insel gesehen hatten und unseren Eindruckskatalog noch weiter gefüllt hatten, ging es zum Entspannen an den Dreambeach. Dort bekamen wir einen so weißen Sandstand zu sehen, dass wir gleich mal ein bisschen mitgenommen haben. Wir vermuten, dass es der weißeste Sand der letzten 4 Monate ist und auch das Wasser ist im Ranking der Farbbewertung ziemlich weit oben. Wir haben uns allerdings dort nicht lange aufgehalten, da sich die Sonne der Wasseroberfläche näherte und wir zum Sunset auf jeden Fall im Sunset- Warung sein wollten. Wenn schon denn schon!
Dort ging das Fotoshooting dann erst richtig los. Bis die Sonne sich tatsächlich für diesen Tag verabschiedet hatte, haben wir Starter, Nudeln und Nachtisch verzerrt und immer wieder zwischenzeitlich verschiedene Fotos gemacht. Als wir den Rückweg angetreten haben, war es dann richtig dunkel, denn wo keine Straßen sind brauch man auch keine Straßenbeleuchtung. Das war mal Rollerfahren für Fortgeschrittene und dann haben wir uns auch noch ein wenig verfahren. Nachdem die letzte Möglichkeit einer Hauptkreuzung nun ja die Richtige sein musste, kamen wir erschöpft wieder am Pazific Inn an. Wir haben noch eine Runde Karten gespielt und sind dann früh schlafen gegangen, denn das Schiffchen zurück nach Sanur ging, wie auch schon hin um 8.00 Uhr. Uns wurde empfohlen rechtzeitig ein Ticket zu lösen, was wir dann auch lieber taten, wir wussten ja inzwischen wie pünktlich so ein Ding ablegen kann. Natürlich ging es diesmal nicht ganz so pünktlich los, aber dafür auch mit kaum Mitreisenden und wir hatten einen guten Platz. Es war windiger als die erste Überfahrt und deshalb auch etwas schaukeliger als am Vortag. Wir blieben aber trotzdem fast ganz trocken und haben nur eine Stunde für die selbe Strecke gebraucht. In Sanur angekommen haben wir dann viele Indonesier enttäuschen müssen und ihre „Cheep-cheep- Transport“ Angebote abgeschlagen, da wir ja „Sepeda Motor di Sini“ hatten. *g
Wir haben dann noch bei Dunkin Donuts Kalorien getankt und sind zurück nach Seminyak geflogen. Die Vertrautheit mit Helm auf dem „eigenen“ Roller zu sitzen und links und rechts einen Spiegel zu haben, gab uns schon wieder ein bisschen das Gefühl von Gewohnheit zurück. Gewohnheit, von der wir uns in wenigen Wochen mit sicher einem lachenden und einem weinenden Auge, verabschieden müssen.
Im Abschied ist die größte Nähe. Dies Wort gilt nicht nur für Menschen, wenn sie sich trennen müssen, auch für Landschaften, Häuser und Zustände und Ereignisse.
Es hilft ein kleines bisschen, wenn Ihr plant zurück zu kehren, oder Euch vormacht, Ihr kämet wieder zurück.
Eure PiaMama